Schauberger´s Holzschwemmanlagen

1922

Erstellung mehrerer innovativer Holzschwemmanlagen für Fürst Adolf von Schaumburg-Lippe reduziert die Holz-Transportkosten auf ein Zehntel.

1924

Schauberger wird Reichskonsulent (Berater) für Holzschwemmanlagen für den jungen österreichischen Staat. Er ist am Bau von drei Großanlagen maßgeblich beteiligt: Großraming, Klausen-Leopoldsdorf (bei Wien) sowie eine Anlage bei Bad Ischl (Rettenbachwildnis).

seit 1925

Bau einer sehr großen Schwemmanlage im Mürztal bei Neuberg. Diese wurde 1928 fertiggestellt und war bis 1951 im Betrieb. Danach war der gesamte Hochwald abgeholzt und der Betrieb wurde eingestellt.

1930er Jahre

Bau von Holzschwemmanlagen in Österreich, dem damaligen Jugoslawien sowie in der Türkei und anderen Ländern.

Funktion von Holzschwemmanlagen

Holzschwemmanlagen befördern geschlagene Holzstämme aus dem Hochwald ins Tal. Sie besteht aus Wasserrinnen (Riesen) und Abschnitten der Wildflößerei (Trift). Der Bau der "Riesen" verbrauchte häufig ein Drittel des gesamten Holzes das sich auf ihnen befördern ließ. Da der Verschleiß hoch war und die Lebensdauer nur wenige Jahre betrug, wurden großflächige Kahlschläge angelegt.

Im 20. Jahrhundert baute Viktor Schauberger innovative Holzschwemmanlagen mit Transportleistungen von mehr als 100 Festmeter Holz pro Stunde. Durch das Kopieren von Besonderheiten natürlicher, mäanderförmiger Flussläufe erhielten die Wasserriesen ausgezeichnete Transporteigenschaften, eine deutliche längere Lebensdauer und senkten vor allem die Transportkosten um mehr als 90 Prozent. Durch optimale Ausnutzung der Wassertemperatur und gezielte Verwirbelung des Wassers in den Kurven konnten auch schwere Hölzer wie Buche und Tanne transportiert werden.

Vor Schauberger waren die Transportkanäle geradlinig, um auf kürzestem Weg die größte Steigung und Transportleistung zu erzielen.

Riesen

Eine Riese, auch Holzriese, ist eine rutschbahnartige hölzerne Rinne zum Abtransport geschlagener Baumstämme aus steilen Gebirgstälern. Der Begriff ist im Alpenraum verbreitet. Im Schwarzwald wurde auch der Begriff Riesbahn verwendet. Die Steilhänge konnten bis zu 40 Prozent Gefälle aufweisen. Der Weitertransport erfolgte mit Trift und Flößerei. Das Gewerbe des Holzriesers war nicht ungefährlich. Auch Kombinationen mit Seilbahnen (sogenannte Luftbahn) gab es.

Feucht- und Trockenriesen

In Feucht- und Trockenriesen gleitet das Holz durch sein eigenes Gewicht durch die Rinne, die vom Wasser feucht und glatt gehalten wird.

Wasserriesen

In Wasserriesen schwimmt das Holz im Wasser. Heute werden Wasserriesen nachempfundene Wildwasserbahnen als Fahrgeschäfte in Vergnügungsparks eingesetzt.

Sortieranlage

Auf den letzten Kilometern in Neuberg, wurde das Holz in einem Staubecken (Rechen) aus dem Fluss zusammengesammelt und dann die Stämme einzeln in einen Schwemmkanal geführt. Von dort schwammen sie gemächlich zum Lagerplatz. Damit erzielte man am Sortierplatz einen Höhenunterschied, durch welchen man die Stämme in die Sortieranlage schicken konnte. Das Flussniveau am Lagerplatz und damit das Ufer lagen viel niedriger als das Kanalende, wodurch der Kanal an relativer Höhe gewann.

Beim Sortiervorgang fielen die kurzen Holzstücke in den linken Kanal, die langen Stämme glitten über die Grube und landeten auf einem Förderband hoch über dem Lagerplatz. Von diesem wurden dann die Stämme herausgehoben und rollten, nach Dicke sortiert, zu ihresgleichen vom Podest. Zum besseren Verständniss kann man sich den kurzen Filmausschnitt “Tragendes Wasser” anschauen und das Patent 573856 (Verfahren und Vorrichtung, um beim Schwemmen verschiedene Holzsortimente voneinander zu trennen.)

Schaubergers Konstruktionsmerkmale

Im 20. Jahrhundert verbesserte Viktor Schauberger die Haltbarkeit und Transporteigenschaften der Wasserriesen durch mäanderförmige Kurvenführung mit gezielter Wasserverwirbelung. Schauberger senkte die Transportkosten der Holzschwemmanlagen um mehr als 90 Prozent. Die Rinne der Schwemmanlage wurde mit einem eiförmigen Querschnitt konstruiert, in mäanderförmigen Kurven angelegt und zusätzlich mit kleinen "Flossen" versehen, die das Wasser in die richtige Einrollung brachten. Des Weiteren wurde alle paar hundert Meter frisches, kaltes Wasser zugeführt.

Alle diese Komponenten führten dazu, dass sich das Wasser in der Mitte der Rinne konzentrierte und dort einen Spiralsog bildete, der die Hölzer sehr schnell und ohne Berührung der Wände abschwemmte. Da sich die Hölzer nicht mehr verkanteten und die Fliessgeschwindigkeit in der Sogmitte enorm hoch war, gingen die Holzmassen mit grosser Geschwindigkeit zu Tal, ohne beschädigt zu werden. Durch die Spiralbewegung des Wassers und mithilfe der zusätzlichen Zuführung von frischem Kaltwasser erreichte Schauberger, dass sogar Hölzer transportiert wurden, deren spezifisches Gewicht schwerer als das des Wassers waren.

Eiförmiges Sammelbecken, © by Callum Coats

Drallkurven in Schwemmanlage, © by Callum Coats

Film aus dem Jahre 1930 “Tragendes Wasser”

Zu den Holzschwemmanlagen gibt es auch einen Film mit dem Titel “Tragendes Wasser “, dieser wurde 1930 von dem österreichischen Fremdenverkehrsbüro aufgenommen und dokumentierte die Holzschwemmanlage im Mürztal bei Neuberg.

Patente im Zusammenhang mit Holzschwemmanlagen

von Viktor Schauberger

Wasserführung in Rohren und Gerinnen

PDF anzeigen

Einrichtung zum Transport von Langhölzern.

PDF anzeigen

Künstliches Gerinne zum Schwemmen von Holz u. dgl.

PDF anzeigen

Anlage und Einrichtungen zur Regelung des Abflußgerinnes von Staubecken und Festigkeitserhöhung deren Abschlußdammes

PDF anzeigen

Auswurfvorrichtungen für Langholz u. dgl. aus Transportvorrichtungen, Riesen, Transportbändern u. dgl

PDF anzeigen

Auslände- und Sortieranlage für verschiedene auf Schwemmstraßen gebrachte Hölzer.

PDF anzeigen

Verfahren und Vorrichtung, um beim Schwemmen verschiedene Holzsortimente voneinander zu trennen.

PDF anzeigen

Vorrichtung zum Heranziehen und Überführen von Holzsortimenten aus Fangstauen in die Schwemmstraße.

PDF anzeigen